Die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut

Kapitel 5.4

Konfliktfeld Tourismus

Das idyllische Bild von Hallstatt ziert Postkarten, die rund um die Welt verschickt werden. Denn Hallstatt ist zu einer Hochburg des Tourismus geworden, vor allem Gäste aus Asien fasziniert dieser Ort. 800.000 Tagestouristen besuchen Hallstatt pro Jahr. Dies ist für einen kleinen Ort mit nur etwa 800 Einwohnern, zwischen Seeufer und Berghängen gebaut, nur schwer zu verkraften. Zwar konnte die Belastung durch hohes Verkehrsaufkommen von Autos und Reisebussen mit einer autofreien Zone im Ortskern und Einrichtung von Parkplätzen und Shuttle-Service eingedämmt werden. Doch ist der Ort nach wie vor überlastet, glaubt man einer ORF-Fernsehdokumentation (2013), fühlt sich manch ein Bewohner, eine Bewohnerin „wie im Museum“. Es soll sogar Touristen geben, die nachfragen, wann denn Hallstatt abends zugesperrt werde.

Konflikte gab es auch um den Ensembleschutz: 2010 sorgten sich viele Bewohnerinnen und Bewohner von Hallstatt, dass die Schutzvorschriften Neuerungen an ihren Gebäuden ausschließen. Es gab Proteste, da die Sorge bestand, dass in Hallstatt ein Leben gerade für junge Leute nicht mehr attraktiv ist. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die Bevölkerung in die Entwicklung der Region mit einzubeziehen und besonders bedachtsam Wege zu finden, die Natur- und Kulturregion mit den Bedürfnissen der dort lebenden Menschen in Einklang zu bringen: Welterbestätten sind gerade kein Museum, sie sind lebendige Orte mit Menschen, die das Erbe nicht nur bewahren sondern weitertragen.